Fliegenfischer-Erlebnisse Vol.1:
Die "unsichtbare" Forelle
Text und Fotos von Michael Müller
Hallo Freunde! Nachfolgend möchte ich Euch ein kleines Fliegenfischer- Erlebnis schildern, welches an einem Sonntag im Oktober 2003 passierte.

Es herrschte bestes Sonnen- scheinwetter und glasklares Niedrigwasser, also machte ich mich auf die Socken, um wieder einmal in unserer lieblichen, kleinen Ilm in Bad Berka einige der immer noch zahlreich vorhandenen Äschen zu betören.
Nachdem es ausgesprochen gut lief und ich an nur zwei Stellen an die 20 Äschen überlisten konnte, die am 3er Gerät einen herrlichen Sport lieferten, begab ich mich etwas stromauf an einen ruhigen, recht geraden Abschnitt mit schlammigen Grund und einer Wassertiefe zwischen 80 und 180cm.
An dieser Stelle ist zudem das Steilufer rechts etwa 3 - 4 Meter hoch und stark mit Büschen zugewachsen. Links liegen private Gärten bis direkt ans Ufer.
Ich lugte also von oben vorsichtig durch's Gebüsch und konnte im Fluß unter mir einige schöne Äschen entdecken. 
Nach kurzer Überlegung siegte, trotz der recht unwegigen Stelle, der Jagdtrieb und ich arbeitete mich etwas unterhalb durch das Gebüsch bis ans Wasser herunter, schlich dann vorsichtig bis zur Äschenstelle. 
Die Äschen waren zwischenzeitlich alle geflüchtet (prima - war ja auch klar...), der einzige Fisch, den ich noch sehen konnte, war ein Barsch von etwa 25cm. Dieser stand vor mir in Rutenreichweite im etwa 80cm tiefen Wasser, knapp hinter einem quer unter Wasser liegenden, etwa 1,80 langen und 25cm dicken Baumstamm. In der Mitte des Stammes war ein kleiner Hohlraum zum Grund.
"Vielleicht willst Du Barsch ja meine
Nymphe fressen", dachte ich mir so. Als ich startklar war, schwamm der Barsch von hinten her unter den Baumstamm, so das nur noch der Schwanz herausragte. "Auch gut", dachte ich mir, "dann lass ich halt die kleine Goldkopfnymphe von vorn unter den Stamm treiben, wenn der Barsch da drunter nach Nahrung sucht, wird er schon zufassen..." 
Ja, jedenfalls guckten unter besagten Baumstamm auch noch so ein paar Holzknubbel vor, einer davon sah so ein bisschen aus wie die Spitze eines Forellenkopfes. Ich dachte natürlich im Leben nicht dran, das es sich tatsächlich um eine Forelle handeln könnte, denn so sah es für mich eigentlich auch wieder nicht aus, ausserdem war
unter dem Stamm m.E. gar kein Platz dafür...  Ich lies nun also meine Goldkopfnymphe unter den Stamm treiben. 
Bevor es so richtig dazu kam, öffnete sich der Holzknubbel, der so ein bisschen aussah wie die Spitze eines Forellenkopfes, outete sich somit tatsächlich als Forelle und fraß die Nymphe... 
Alles weitere ging blitzschnell: ein heftiger Ruck, eine dicke aufgewirbelte Schlammwolke im Wasser, Nymphe wieder ausgespuckt, große Forelle geflüchtet, ein total überraschter Fliegenfischer am Ufer und... der Barsch war nun auch weg. 
Für solchen kleinen Erlebnisse lohnt es sich doch, Fliegenfischer zu sein oder was meint Ihr dazu?
Euer Michael 
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