Geräte-Besprechung - Fliegenrollen:
EOS #2
Seit rund anderthalb Jahren sind die EOS Großkern-Fliegenrollen von Flyfishing Europe nun im Handel, inzwischen natürlich auch in größerer Anzahl im täglichen Einsatz am Fischwasser - und bis jetzt haben wir noch nichts Negatives über diese Rollen gehört! Ein sehr gutes Zeichen und höchste Zeit für den längst überfälligen Test im Fliegenfischer-Forum!
Besondere Kennzeichen der EOS Fliegenrollen sind u.a. die kompromisslose und leichte Großkernbauweise, der geschlossene Rollenrahmen, die präzise Fertigung, die starke Bremse, das zeitlos moderne Design und der wohl kaum zu schlagende, günstige Anschaffungspreis!

Verfügbare Modelle 
(Stand 04/2010):
EOS #1 (für # 3-4)
EOS #2 (für # 5-6)
EOS #3 (für # 6-7)
EOS #4 (für # 7-8)
EOS #5 (für # 8-9)

Unser Testmodell war eine EOS #2.

Technische Daten (eigene Messungen)

Farbe Schwarz
Gewicht: 150,7 Gramm
Rollendurchmesser: 90 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 43 (74) mm
Spuleninnenbreite: 27 mm
max. Spulentiefe (nutzbar): 14,5 (11,5) mm
Schnuraufnahme bei einer ganzen Umdrehung mit leerer Spule: 19,7 cm
Schnurfassung: WF5F + über 80 Meter 20lbs-Backing
Lieferumfang: Karton, Samt-Rollenfutteral
Garantie: Es gilt die in Deutschland übliche Fachhandels-Garantie bzw. Gewährleistung.
Preise: Rolle: 106 €, E-Spule: k.A. €

Beschreibung und Praxistest:
Ansprechend gestaltete, echte Großkernfliegenrolle in Leichtbauweise und in moderner Optik, aus dem vollen Aluminiumblock gedreht und gefräst. Die Oberfläche ist mattschwarz vergütet. Laut Hersteller (von uns nicht geprüft) ist die Rollenserie salzwasserfest. Die nadel- bzw. walzengelagerte Spule läuft sauber und rund im geschlossenen Rollenrahmen (die beste Lösung für eine sichere Schnurführung und höchste Rollenstabilität). Die gehäuseseitige Platzausnutzung ist OK. Der Spulenkern ist bis auf drei Stege offen, der Spulenboden wurde zur optimalen Belüftung durchgehend gelocht und langgelocht, die Spulen-Vorder- und Rückseite besitzen jeweils einen durchgehenden Lochkranz. Die Spule besitzt einen leicht übergreifenden Spulenrand, was eine zusätzliche "Handbremsung" ermöglicht. Am Gehäuse befinden sich vier Stege: hinten ein breiter, gelochter Steg für den 2-fach von außen angeschraubten, ebenfalls gelochten Rollenfuß, vorne mittig ein schmaler, zweifach gelochter Steg für die Schnurführung (der aus unserer Sicht nicht unbedingt sein müsste...), sowie jeweils oben und unten ein weiterer schmaler, gelochter Steg. Auf der Spulenvorderseite sitzt eine zur Rollengröße passend große Kurbel aus Kunststoff, dieser gegenüber sorgt ein Kontergewicht für einen tadellos ruhigen Spulenlauf. Scharfe Ecken und Kanten sucht man an der EOS vergeblich, ebenso gibt es keinerlei störendes Spiel, kein Kippeln der Spule auf der Achse, kein Schlagen und nirgendwo zu großen Abstände.
Die Spule lässt sich leicht und werkzeugfrei wechseln, hierfür wird die Mutter auf der Spulenfront per Hand gelockert (nicht ganz abgeschraubt!) und anschließend kann die Spule einfach abgezogen werden. Ein Umbau von Links- auf Rechtshandbetrieb und umgekehrt ist ohne großen Aufwand möglich (Lager im Inneren der Spule umdrehen).
Im Betrieb lässt die EOS beim Schnurabzug eine Rätsche in mittlerer Lautstärke hören, beim Einkurbeln arbeitet die Rolle völlig geräuschlos und bremswiderstandsfrei. Der Rundlauf ist absolut abweichungsfrei, sauber und perfekt ausbalanciert. Auch bei hohen Drehzahlen tritt keine Unwucht auf. Die ganze Rolle wurde sorgfältig und korrekt verarbeitet.
Als Bremse kommt in der EOS ein effektiv arbeitendes und fein regulierbares Scheiben-Bremssystem zum Einsatz. Das System ist weitgehend geschützt vor äußeren Einflüssen im Rollengehäuse untergebracht, es läuft völlig ruckfrei an und lässt sich mit dem gut bedienbaren Bremseinstellrad (28 mm Durchmesser) auf der Rollenrückseite fein von „Freilauf“ bis „Stark“ regulieren. Die Einstellungs-Spanne des Bremseinstellrades geht vollständig über 2 Komplettumdrehungen, alle für die Praxis gängigen Einstellungsmöglichkeiten liegen hierbei jedoch innerhalb von rund einer kompletten Umdrehung. Das Bremseinstellrad wird bei maximaler Einstellung von 8,3 mm auf 6,3 mm, also um 2 mm im Gehäuse versenkt, was dem entsprechend die Zugriffsfläche für die Finger verkleinert. Unser Testwert (maximales Abzugsgewicht in Kilogramm bei vollständig geschlossener Bremse und bei gefüllter Spule) ergibt einen Wert von 1,5 kg - ein sehr guter Wert für diese Schnurklasse. Schwächen des Bremssystems waren weder im trockenen und nassen Zustand, noch bei unseren Belastungstests am Fischwasser festzustellen. Optisch, sowie von Gewicht und Größe her passt unser Testmodell EOS #2 am besten zu #5er und #6er Fliegenruten. Das Fassungsvermögen der Rolle ist mit einer #5er WF-Schnur und an die 100 Meter 20lb-Backing ausgezeichnet und kann sich für eine echte Großkern-Fliegenrolle sehen lassen.
Fazit: Für uns ist kein Wunder, das sich die EOS anscheinend verkauft wie "geschnitten Brot". Sie ist einfach nur top in Funktion & Design - und hat darüber hinaus einen äußerst fairen Anschaffungspreis. Prädikat: sehr empfehlenswert für preisbewusste Fliegenfischer!

Bezug: EOS Fliegenrollen erhalten Sie bei Flyfishing Europe, Linkstr.27, 50519 Möhnesee, www.flyfishingeurope.de
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Testbericht ©: www.fliegenfischer-forum.de - April 2010 | Alle Fotos ©:  Michael Müller
Das Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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