Gerätebesprechung:
Cortland Fliegenschnüre "444 Rocket Taper" und "444 Clear Creek Taper" in WF3F

Für diesen Test haben wir zwei bewährte Fliegenschnüre aus der CORTLAND-Familie für die ganz feine Fischerei auf Äschen und Forellen ausgewählt:
Die aprikotfarbene "444 Rocket Taper" und die dunkelolive "444 Clear Creek Taper", beide in WF3F-Ausführung.
Die 32 Meter lange "444 Rocket Taper" gibt es für die Klassen WF3F bis WF10F und DT3F bis DT9F und in diversen "Sink-Tip", "Sink" und Spezialausführungen. 
Die "Clear Creek Taper" ist 27 Meter lang und für die Klassen WF2F bis WF6F zu bekommen.

Beide Schnüre kosten im Fachhandel rund 65,--EUR.

Die anschließenden Test's wurden mit einer semiparabolischen, 7,5 Fuß langen und sehr feinfühligen "Elnetti Stratocaster Lynx #3", durchgeführt, welche optimal auf Klasse 3 kalibriert ist.
Zunächst untersuchen wir die "444 Rocket Taper". Die Schnur fühlt sich sehr glatt an, sie ist relativ weich, mattglänzend. Die Farbe ist angenehm, nicht zu grell.
Alle anschließenden werferischen Übungen meistert sie mit Bravour. Die "444 Rocket Taper" besitzt die spezielle Cortland-Langkeule. Die Schnur ist so gut gewichtet, dass die Rute bereits mit wenigen Leinenmetern ordentlich Zug bekommt. Die Leine ist sehr schußfreudig und flutscht nur so durch die Ringe.
Ihre relative Weichheit macht sie beim Ausbringen größerer Leinenmengen jedoch etwas 
anfällig gegen äußere Einflüsse, wie Wind und Wurffehler - dann brechen die Würfe gelegentlich zusammen. Dies hat natürlich auch seinen Grund in der Leichtigkeit und Zartheit dieser Klasse - eben mehr für die "Schönwetterfischerei" gemacht. Bei höheren Klassen der gleichen Schnur mag dieser Aspekt vielleicht überhaupt nicht mehr ins Gewicht fallen.
Ansonsten ist bei der "444 Rocket Taper" alles im "grünen Bereich". Durch die sehr guten Schwimmeigenschaften läßt sich
die Schnur sehr schön von der Wasseroberfläche abheben. Auch Roll- und Trickwürfe funktionieren tadellos. Die Sichtbarkeit der Schnur ist ebenfalls sehr gut, ein störender "Memoryeffekt" nicht vorhanden. Gepaart mit einem gut abgestuften Vorfach ermöglicht die "444 Rocket Taper" das "schneeflockengleiche" Absetzen der Fliege.
Die "444 Clear Creek Taper" unterscheidet sich schon erheblich von der vorgenannten Schnur - und das nicht nur in der Farbe. Die sehr glatte Oberfläche scheint erheblich härter zu sein, die Schnur macht einen steiferen Eindruck - was sich auch beim Werfen bestätigt und positiv auswirkt. Trotz der besonders langen, feinen Spitze spricht die Rute auch hier schon mit wenigen Leinenmetern an, was für eine gute Gewichtsproportionierung spricht.
Diese Schnur ist jedoch besonders für die Weite gemacht. Sie besitzt noch bessere Schußeigenschaften und ist nicht so windanfällig wie die "444 Rockert Taper". Die "Clear Creek Taper" wurde ursprünglich für die Forellenspezialisten in Neuseeland entworfen, wo scheue Großsalmoniden in glasklaren Gewässern besondere Ansprüche stellen, um überlistet werden zu können.
Auch die "Clear Creek Taper" ist hochschwimmend, läßt sich deshalb sehr gut vom Wasser abheben. Roll- und Trickwürfe klappen prima. Die Schnur schneidet regelrecht durch den Wind und ist deshalb auch an solchen Tagen gut einzusetzen.
Mit der dunkeloliven Tarnfarbe habe ich kein Problem - beim Trockenfliegenfischen schaue ich nach der Fliege und nicht nach der Schnur. Beim Fischen mit der Nymphe ist die Sichtigkeit sicher eine Gewässerfrage - je nach Typ und Färbung von Untergrund und Wasser ist die Leine mehr oder weniger gut für den Fischer zu sehen - allerdings auch für den Fisch. Hier hilft nur: ausprobieren oder die Verwendung eines "Strike Indikators".
Fazit:
Wie bei einer so traditionellen "Schnurküche" wie CORTLAND nicht anders zu erwarten ist: beide Fliegenschnüre sind hochwertige Leinen, die ihre Aufgaben hervorragend erfüllen.
Wenn ich mich für eine der beiden entscheiden müßte, würde meine Wahl auf die "bissige" "Clear Creek Taper" fallen - aber das ist Geschmacksache, wie so Vieles im Leben.
Weitere Infos, Bezug und Kontakt:
Cortland-Schnüre erhalten Sie im Fachhandel. Lieferer an den Handel ist die Firma Exori, welche auch für die HARDY-Vertretung in Deutschland und EXORI-Produkte steht.
Informationen zum nächsten Fachhändler können unter: info@exori.com angefordert werden.
Weitere Informationen erhalten Sie auch im Internet unter: www.exori.de im Internet.
Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
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