Fliegenrolletest: „Ari T‘Hart Mach III und Mach III Large Arbor

Technische Details:
Gut aussehende Fliegenrolle mit eigenwilligen Design a la Ari T‘Hart.
Grundlage für die „March 3“ und die „Mach 3 Large Arbor“ bildet dasselbe stabile Rollengehäuse, in das zwei verschiedene Spulen eingesetzt werden können.
Die Rolle ist aus einem Aluminiumblock gefräst und komplett in mattsilber gehalten. Sie verfügt über eine sehr gute Scheibenbremse.
Die „Mach 3 L.A.“ ist für die Schnurklassen 7 und 8 konzipiert und wiegt 279 Gramm, die „Mach 3“ fasst Schnüre der Klassen 8, 9 und 10 und wiegt 245 Gramm. Für Backing ist jede Menge Platz.
Der Preis laut Hersteller beträgt ca. EUR 271,-- die Ersatzspule kostet ca. EUR 179,-- ; die Lieferung erfolgt in einer Neoprentasche.
Nähere Betrachtung:
In mattem Silberglanz und schwer solide präsentiert sich die eindrucksvolle Rolle. Es gibt keine Ecken und Kanten, beide Spulen laufen akkurat rund und es lässt sich ein dezentes, nicht störendes Klickern hören.
Die Spule ist durch einfaches Drücken von hinten leicht herausnehmen, bei voller Spule wird dies durch die beiden großen Löcher auf der Gehäuserückseite erleichtert.
Eine Gummimanschette sorgt dafür, dass die Spule nicht von selbst herausfallen kann und kein störendes Spiel auf der Achse hat.
Am Ende der dicken Rollenachse liegt eine auf einem Korkscheibensystem basierende, bärenstarke Scheibenbremse, die sich mit dem großen Stellrad auf der Gehäuserückseite leicht und sehr fein einstellen lässt.
Da die Spule komplett im Rollengehäuse liegt, ist eine zusätzliche Handbremsung nicht möglich, aber auch nicht nötig, denn die March 3 besitzt die oben beschriebene hochwirksame Scheibenbremse.
Beim Ordern der Rolle muß wie selber gewünscht auf Rechts- oder Linkshandbetrieb geachtet werden, ein eigener Umbau ist nicht möglich.
Praxistest:
Nach dem Aufspulen von 100 Meter 30-lb-Backing und einer WF7F passiert ein kleines Malheur: Die Spitze der Fliegenschnur flutscht durch den über 1,5mm breiten Spalt zwischen hinteren Spulenrand und Gehäuse, nur durch das Abnehmen der Spule bekomme ich die Schnurspitze wieder.
Durch die geschlossene Bauart des Rollengehäuses muß die Leine vor dem Werfen über einen Winkel von der Rolle gezogen werden, dies ist nicht unbedingt hinderlich, erhöht jedoch den Verschleiß der Schnur unnötig. Mit etwas weniger Metall gerade in diesem Bereich könnte auch das relativ hohe Gewicht noch reduziert werden. Alle Teile, über die die Schnur läuft, sind jedoch sehr gut abgerundet und nicht etwa scharfkantig.
Dieses Gewicht macht sich allerdings beim Fischen mit schweren Ruten der Klassen 9 und 10 wieder positiv bemerkbar: Diese Ruten werden dadurch ordentlich ausbalanciert.
Ansonsten stellt sich die Rolle beim Fischen als zuverlässiger Begleiter heraus, das ausgefeilte Bremssystem dürfte auch durch Drills schwerster Fische nicht überfordert werden.
Fazit:
Alles in Allem ist die „Mach 3 und Mach 3 L.A.“ eine schöne, hervorragend gearbeitete und praxistaugliche Rolle.
Wer eigenwilliges Design mag und den Preis zahlen kann, bekommt eine sehr hochwertige und langlebige Fliegenrolle – und wer Ari T’Hart – Fan ist, kommt an dieser Rolle sowieso nicht vorbei.
Die Rolle ist im Fachhandel erhältlich.
Weitere Informationen gibt es unter www.dutchreels.com

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Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
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